Autismusdiagnose- Als das Wort Autismus plötzlich Teil unseres Lebens wurde
- Sarah

- 4. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Nov. 2025
So ganz plötzlich – wie ein Gewitter, das aus dem Nichts auftaucht – war es nicht. Das leise Grummeln war schon lange zu hören.
Aber bis dahin dachten wir noch: Es zieht vorbei. Vielleicht ist es nur ein kleiner Regenschauer, den man mit einem Regenschirm übersteht. Nichts, was uns aus der Bahn wirft.
Doch irgendwann war klar: Das ist mehr als nur Wetter. Es ist ein Sturm, der bleibt. Und er trägt einen Namen: Autismus.
Als die Autismusdiagnose feststand, war das ein Moment voller Erleichterung – und voller Angst.
Erleichterung, weil das Bauchgefühl gestimmt hat. Weil eine Mutter ihr Kind kennt. Weil wir wussten, dass etwas nicht passt – auch wenn wir immer wieder von außen unter Druck gesetzt wurden. Von vermeintlichen Schlaubergern, von gut gemeinten Ratschlägen, von Blicken. Ein schwieriger Weg lag bereits hinter uns: Fehldiagnose ADHS, erste Klasse unter dem Schultisch, Hausaufgabenverweigerung, Mama-Burnout, Erziehungsberatung, Mutter-Kind-Kur.
Aber da war auch die Angst vor dem, was noch kommen würde. Wir hatten uns vorbereitet, belesen, gestärkt. Dachten: Das haut uns nicht um. Aber es tat es doch.
Es laut auszusprechen – „Unser Kind ist Autist“ – fühlt sich auch heute noch seltsam an. Fast wie eine Lüge. Denn er kann so „normal“ wirken, dass Außenstehende es kaum glauben. Und wir Eltern stehen oft da, als wollten wir nur Erziehungsfehler vertuschen.
Diese innere Überzeugung, dass er so sein darf, wie er ist…Dass wir – so weit es geht – alles richtig machen…Dass sein Verhalten andere Ursachen hat als „falsche Erziehung“…Diese Überzeugung braucht Zeit.
Die Diagnose ist jetzt ein Jahr her. Aber das Grummeln – das war schon fünf Jahre vorher da.
Eure Sarah
P.S. Schau dir auch meine anderen Beiträge an und schreibe mir! :)




Kommentare