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Autismus- Der unsichtbare Teil des Weges

  • Autorenbild: Sarah
    Sarah
  • 16. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Die Diagnose Autismus war ein Meilenstein. Ein Name für das, was wir schon lange gespürt haben. Ein Schlüssel zu neuen Möglichkeiten – und zu neuen Herausforderungen. Doch was kaum jemand sieht, ist das, was danach kommt. Nicht die Anträge, nicht die Therapien, sondern das, was sich leise zwischen den Zeilen abspielt.


Das ständige Erklären

Warum reagiert dein Kind so? Warum geht es nicht einfach mit den anderen mit? Warum ist das so kompliziert? Diese Fragen kommen nicht immer böse gemeint. Aber sie kommen. Immer wieder. Und mit jeder Antwort öffnet man ein Stück seiner Geschichte – oft ohne zu wissen, ob sie wirklich verstanden wird.

Man erklärt, warum ein bestimmtes Verhalten kein Trotz ist. Warum ein Ausflug in den Wald schon ein Kraftakt sein kann. Warum man nicht „einfach mal locker lassen“ kann. Wieso manchmal die kleinsten Dinge nicht funktionieren. Und manchmal fragt man sich: Muss ich das wirklich alles erzählen?


Die Blicke

Sie sind oft das Erste, was man spürt. Im Supermarkt, auf dem Spielplatz, beim Elternabend. Ein Kind, das sich anders verhält, fällt auf. Und mit ihm die Mutter, der Vater, die Familie. Man lernt, diese Blicke zu ignorieren. Oder zu deuten. Aber nicht immer fällt es einem leicht. Manche sind neugierig, manche verständnisvoll – andere verletzen. Nicht durch Worte, sondern durch das, was unausgesprochen bleibt.


Die gutgemeinten Ratschläge

„Du musst einfach konsequenter sein.“ „Lass endlich los“ „Ich hab da was gelesen, das soll helfen.“ Sie kommen von allen Seiten. Und manchmal sind sie sogar hilfreich. Aber oft sind sie einfach nur laut. Denn was wir brauchen, ist kein Rezept – sondern Raum. Raum für unser Kind, für unsere Realität, für unser Tempo.


Die Kraft, die es kostet

All das passiert nebenbei. Während man Anträge stellt, Therapien organisiert, mit Fachleuten spricht. Es ist die stille Arbeit, die niemand sieht. Die emotionale Last, die sich nicht in Formularen abbilden lässt. Und trotzdem – oder gerade deshalb – gehen wir weiter.


Die kleinen Fortschritte

Ein Blickkontakt, der vorher nicht möglich war. Ein Morgen ohne Tränen. Ein Satz, der plötzlich kommt und alles verändert. Diese Momente sind unser Treibstoff. Sie sind leise, aber mächtig. Und sie erinnern uns daran, warum wir kämpfen.


Die Hoffnung und die Liebe

Am Ende ist es das, was uns trägt. Nicht die Diagnosen, nicht die Paragraphen – sondern die Liebe zu unserem Kind. Die Hoffnung, dass es seinen Platz findet. Und die Gewissheit, dass wir diesen Weg nicht umsonst gehen.


Eure Sarah


P.S. Schau dir auch meine anderen Beiträge an und schreibe mir! :)

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